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In fast allen Ländern gibt es kasperähnliche Figuren. In Holland den Jan Klaassen, in Dänemark den Mester Jackel, in Russland gibt es Petruschka, in Rumänien den Vasilache usw. Sie alle kämpften erfolgreich gegen Hexen, Tod und Teufel, gegen das Krokodil und die Obrigkeit.

Eine Besonderheit der Handpuppenspieler früherer Zeiten war in einigen Ländern das Mitwirken lebender Tiere auf der Bühne. So wurden in Frankreich die Katze, in Böhmen Meerschweinchen und in England der Hund Toby ins Spiel einbezogen. Zum Vergnügen der Zuschauer biß der Hund Toby auf Kommando seinem Gegenüber in die Nase.

Schattentheater   Schattenfigur, Madras (Südindien), um 1900

Das farbige Schattentheater hat in Asien ein außerordentlich hohes Niveau erreicht. Schattentheater gilt als die älteste Form der dramatischen Darstellung. Verschiedene Theorien vermuten den Ursprung in China oder Indien.

Neben der Unterhaltung diente es der Götter-, Geister- und Ahnenbeschwörung. Der Schattenspieler ließ als Vermittler zwischen zwei Welten Helden und Götter auf dem Schattenschirm erscheinen, die helfen sollten, böse Geister zu vertreiben, eine gute Ernte zu haben oder Heilung von einer Krankheit zu bewirken. Die verwendeten Dramen basierten auf den religiösen Traditionen der unterschiedlichen Kulturen und erzählten vom ewigen Kampf zwischen Gut und Böse.
Je nach Herkunft wurden die Figuren aus verschiedenen Tierhäuten hergestellt, vielfarbig und reich durch ausgestanzte Muster und Linienführung verziert. Man spielte zur Hochzeit, Geburt, Beschneidung, zur Austreibung böser Götter von Sonnenuntergang bis zur Morgendämmerung.
Das chinesische Schattentheater hat einer Legende zufolge seinen Ursprung in der Regierungszeit des Kaisers Wu (140 - 87v. Chr.). Der Kaiser trauerte um seine verstorbene Gemahlin, als ihm ein Mann namens Shao-Wong versprach, die Gestalt der Toten wieder erscheinen zu lassen. Nach Sonnenuntergang sah der Kaiser hinter einem gespannten Tuch schemenhaft eine Frauenfigur, die der Verstorbenen glich.